»Maschine und Mensch«

Hendrik Bloem | Fotografien
15. Januar 2017 - 29. März 2017

Maschine und Mensch, das war in der Industriegesellschaft lange eine Schicksalsgemeinschaft.

Gleichwohl die Maschine heute allerorten menschliche Arbeit und menschliches Tun unterstützt, ist doch die klassische Verbindung von Maschine und Mensch längst aus den Köpfen einer Kommunikationsgesellschaft verschwunden. Die Maschine hat sich verändert. Scheinbar läuft sie autark und automatisiert, braucht nicht mehr des Menschen lenkende und pflegende Hand.

Und doch gibt es sie noch, die Momente in denen sich Menschen einer Maschine hingeben, die archaischer kaum sein könnte: der Dampflokomotive. Das klingt anachronistischer, als es ist; in Westdeutschland noch bis weit in die 1970er Jahre hinein, in Ostdeutschland gar bis in 1990er Jahre als hochgezüchtete Technologie, immer größer, leistungsfähiger und ohne Mühe 120Km/h erreichend oder 2000 Tonnen ziehend, blieb sie in ihrer Funktion aber so ursprünglich, wie am Tag ihrer Erfindung. Heute schlüpfen Menschen in ihrer Freizeit und aus völlig unterschiedlichen beruflichen Kontexten kommend, vom Richter bis zum Handwerker, bereitwillig in die anspruchsvolle Rolle des Maschinisten, die eine jahrelange Ausbildung zum Eisenbahner erfordert.

5 Jahre lang hat der Fotograf solche Menschen auf ihren meist gigantisch großen Maschinen quer durch die Republik fahrend begleitet und versucht, die besondere Momente festzuhalten, in denen beide immer noch zu einer spürbaren Einheit verschmelzen. Dafür braucht es nicht die wild dampfende Lokomotive in der Totalen, wie man sie aus üppigen Bildbänden kennen mag. Vielmehr ist es der „Zweite Blick“ eines Künstlers, der fasziniert, wenn dieser im entscheidenden Moment demjenigen über die Schulter schaut, der morgen schon wieder die Richterrobe trägt und seinem Beruf nachgeht. Was der Fotograf dabei einfängt, ist uns fremd geworden:  Die große, schmutzige, ölige und heiße Maschine im Blick, sehen wir den Menschen mit ihr geradezu ästhetischvereint. Hendrik Bloem ist bekannt für seine „Nah-dran“-Fotografien, geht in dieser Ausstellung aber einen Schritt weiter, indem er diesen bei seinen Reisen gesammelte Zitate zuordnet. So ist eine ungewöhnliche Symbiose von Wort und Bild entstanden, die zum Innehalten einlädt.

Der rote Faden von Hendrik Bloems Arbeit ist das Interesse am Menschen und seinem Tun, dessen ästhetische Darstellung ist für den Architekten und Fotografen eine ständige Suche. Als Doktorand der Leibniz Universität Hannover hat sich dieser Faden auch durch seine Lehrtätigkeit bei der Ausbildung junger Menschen und durch seiner Forschungsarbeit gezogen. Als in der Fachszene bekannter Fotograf und Autor werden seine Bilderserien und Texte regelmäßig in wichtigen Fachpublikationen veröffentlicht, u.a. im  Eisenbahn-Romantik-Magazin in Zusammenarbeit mit dem Südwestdeutschen Rundfunk (SWR).

Bildverkäufe:
Alle gezeigten Bilder werden in einer streng limitierten Auflage verkauft. Um den Betreibern der heute mit großem Aufwand und finanziellem Risiko betriebenen Maschinen etwas zurück zu geben, kommen Ihnen Erträge aus diesen Bilderverkäufen zugute.

Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, den 15. Januar 2017 um 11:30 Uhr

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Fotografien von Hendrick Bloem


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